Offene Lern-Räume gestalten. Wie geht das? (Teil 1)

 

 Am 17. und 18. Juli fand in Salzburg der Genuine Contact International Mentoring Circle statt. Die OrganisatorInnen luden mich und drei Kollegen ein, die eineinhalbtägige Veranstaltung zu gestalten und zu moderieren. Für 25 TeilnehmerInnen aus und rund um die Genuine Contact-Community sollte ein möglichst guter Rahmen zum Lernen und Miteinander arbeiten geschaffen werden. Genuine Contact ist ein ganzheitlicher Ansatz in der Beratung und Begleitung von Organisationen.

Warum wurden wir vier eingeladen? Als Absolventen der „Werkstatt für holistische Organisationsentwicklung“ sind wir selbst seit einigen Monaten Teil dieser Community.

Schritt 1: Klärung des Auftrages – Worum geht es?

Die Auftragsklärung mit unseren Auftraggebern Monika Himpelmann und Isabella Klien aus Wien und Salzburg absolvierten wir anhand eines Ablaufs und von Fragen, die uns der Organisationskompass (siehe Bild unten) vorschlägt. Der Organisationskompass (im Original: Medicine Wheel Tool) ist das zentrale Werkzeug von Genuine Contact. Mit seiner Hilfe navigierten wir mit Fragen zu Sinn und Zweck, Verantwortlichkeiten, Zielen, Beteiligten, Management des Projekts, Beziehung und Umwelt in Richtung eines ausgewogenen Bildes unseres Auftrags.

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Der Organisationskompass

Einen „Container“ für’s gemeinsame Lernen gestalten

Ziel: eine lebendige Veranstaltung mit einem anregenden Rahmen gestalten, die den Mitgliedern der Genuine Contact Community das gemeinsame Lernen zum Thema „Extraordinary Leadership“ ermöglichen. Es soll sich auch für die von weit weg Angereisten lohnen, die Veranstaltung zu besuchen und für die Community sollen die eineinhalb Tage viel Gelegenheit zum Austausch und Kennenlernen geben. Wir gehen ans Werk:

Schritt 2: Transfer In

Der Donnerstag startet mit dem sogenannten „Transfer in“ – Das ist ein wunderbares Format für den Auftakt von Veranstaltungen und Workshops! Das „Transfer in“ regt dazu an, schnell im hier und jetzt anzukommen und eine gute Verknüpfung mit den wichtigen Themen des Meetings zu schaffen.

Kollege Franz Taumberger hat für diesen Zweck Karten mit Bildern vorbereitet, die er mit der Bildseite nach unten in der Mitte des Menschenkreises ausbreitet. Er bittet jeden Teilnehmer, intuitiv eine Karte zu ziehen und stellt im Anschluss die Frage, was die Karte den Teilnehmern über „Leadership in the Genuine Contact Community“ erzählt.

Nachdem jedeR Teilnehmende einige Minuten für eine persönliche Reflexion dieser Frage bekommt, ist im Anschluss gut 20 Minuten Zeit, die Ergebnisse und Gedanken in zwei größeren Gruppen auszutauschen. Zurück in der Gesamtgruppe werden die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse geteilt.

Schritt 3: Hopes and Fears

Im Anschluss bzw. in unserem Fall nach dem Abendessen bittet Claas Wenzlik die TeilnehmerInnen, in drei Teilgruppen zu reflektieren, welche „hopes and fears“, also Hoffnungen und Ängste, sie zur Veranstaltung mitgebracht haben. Nach einer circa 15-minütigen Bearbeitungszeit schildern die TeilnehmerInnen ihre Ergebnisse der Großgruppe.

Was das bringt? Im Gegensatz zur dezent unterschiedlichen Frage nach den Erwartungen und Befürchtungen wird bei dieser Frage auch der emotionale Status der Beteiligten angesprochen. Sie schafft Klarheit, indem auch konfliktträchtige Themen schon frühzeitig zur Sprache kommen. In der Gruppe entsteht auch ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung die angesprochenen Hoffnungen zur Realität werden zu lassen.

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Storytelling am Lagerfeuer

Zum Sonnenuntergang sammelt sich eine Gruppe am Lagerfeuer. Claas Wenzlik leitet einen Storytelling-Kreis ein und stellt die offene Frage danach, welche Geschichten den Anwesenden das Feuer erzählt. Nach und nach erzählt einer nach dem anderen eine Geschichte, bloße Gedanken oder Assoziationen zum Thema Feuer. Der Abend klingt bei wunderbarem Sternenhimmel mit einer Trommel-Session aus.

Fortsetzung Tag 2 (Open Space) hier lang …

Alle Bilder von Helmut Friedl (Titelbild: Franz Taumberger, Helmut Friedl, Claas Wenzlik, Thomas Kreiseder)

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